Wirtschaftliche Gründe der Auswanderung
Als wirtschaftliche Gründe der Auswanderung Anfang des 19. Jahrhunderts galten: Die Realteilung des Vermögens. In Württemberg wurde die Realteilung des Erbvermögens praktiziert. Das bedeutet, dass jedes der Kinder einen Anteil des Vermögens erhielt. Die Familien waren alle sehr kinderreich. Dadurch wurden das Land und das Kapital zerstückelt. Immer weniger musste für die Familien reichen – und es reichte immer weniger zum Leben. Die Schwaben sagen: „Zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel.“ Missernten durch Naturkatastrophen Durch Missernten wurde die Situation noch verschärft. Im Jahre 1815 brach auf der kleinen indonesischen Insel Sumbawa der Vulkan Tambora aus. Er schleuderte Gas und Staub in die Atmosphäre. Die entstandene Aschewolke zog um die Erde. Über mehrere Jahre gab es dadurch Missernten.  Die Asche verdunkelte die Sonne und selbst im August schneite es. Ausbeutung durch den Herrscher Herzog Friedrich II von Württemberg erkaufte sich die Königswürde (König Friedrich I.) von Napoleon. Er war ein sehr despotischer Herrscher. Sein hoher Lebensstandard musste finanziert werden. Die prunkvollen Schlösser, die Festgelage und die teuren Mätressen verschlangen Unsummen. Das notwendige Kapital presste er aus der Bevölkerung. Friedrich I. stellte für Napoleons Armee viele tausend Soldaten, sowie Pferde und Millionen an Golddukaten. Nach der Niederlage Napoleons solidarisierte sich Friedrich I. mit den Alliierten und stellte auch hier Soldaten, Pferde und Gold. Junge Bauernburschen wurden sonntags in der Kirche zur Armee gepresst. Durchziehende Soldaten mussten von der Landbevölkerung ernährt werden, oder diese erbeuteten auf ihrem Rückzug alles, was sie finden konnten. Viele Bürger erhofften sich aufgrund dieser Situation eine bessere Zukunft für sich und ihre Familien in der Ferne. Ein Ausreiseverbot Friedrich I. verhinderte jedoch vorerst diese Hoffnungen.
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